http://www.n0name.de/radio/radio_doku.html


"RADIO" Doku(mentation)




+
O
/|\
/\ "RADIO" + "Radio"mobil
im Freien Radio Kassel, 105,8 Mhz
Laptop-"Plug-in"s, die Petition an Governor Leifeld
(documenta GmbH) & ueber den Sommer 2002
[800km von deiner Stadt entfernt. No Stream!]
mit Matze Schmidt, Woon Tien Wei + ein Freund
Mo., 22.4.2002
23-1 (?) Uhr MEZ
Call: +49(0)170/5370633 (D1)



Telefonkonzert 3/Telephoneconcert 3
Wähle/Call Tel. 0177/7820439
Mo., 28.02.2000 22-2 h live!
[23-1 h also via Freies Radio Kassel 105,8 MHz]
(Limit 3:00 Min.)

"Mach Krach!/Make Noise!"
Analysesynthese der DEMOkratie und der Top-down Kultur in A und der deutschen Provinz Kassel.

In Österreich formiert sich seit Ende 1999 eine politisierte Szene, die mit Affinitäten zur
Kunst und Aversionen gegen die "Neuen Nazis" arbeitet. Für das Movement gegen die
rechts-liberale Regierung wird die Situation in A immer bedrohlicher. Das nennt man dann "Rechtsruck". Dass Interpretationen plötzlicher Wechsel der Verhältnisse womöglich
grundsätzlich falsch sind, läßt sich auch an den sozio-kulturellen Bedingungen in der
Bundesrepublik Deutschland ablesen. Es gibt seit dem Fall der Mauer und wiederbelebt
durch den Kosovo-Krieg im mitteleuropäischen Raum und speziell im Deutschland der
"Neuen Mitte" einen Konsens der Großkultur, von der Berlinale bis zur documenta, der vom
Staatsminister für Kultur Michael Naumann, der politischen und künstlerischen Spitze
Deutschlands - Bundespräsident Johannes Rau und Wim Wenders - mit hollywoodscher
Gründlichkeit gefeiert wird. In der documenta-Stadt Kassel wird diese Kultur reproduziert
durch: Die kommerzielle Besetzung des städtischen Raums durch das neue UFA-Kino auf
reale Kosten und zu ästhetischen Lasten der Kommune; die feudale Finanzierungsstruktur
von Kultureinrichtungen (Kulturzentrum "Dock 4") bei gleichzeitiger Vernachlässigung der
'freien Szene'; hübsche Kinderspielplatzfototermine des Oberbürgermeisters statt
Kommunikation über die Probleme des örtlichen Drogenvereins. Das Telefonkonzert spielt
mit den Materialien dieses Phänomens und bietet Krach für den individuellen Geschmack.

Ali Emas



Telefonkonzert 2/Telephoneconcert 2
**** Haider!
Wähle/Call Tel. +49(0)561/8160691
Mo., 07.02.2000 16-20 h live!
(Limit 3:00 Min.)
mit/with: Underground Resistance, ???, Die Ärzte, Johannes Rau, Matze Schmidt, Kopyrait, "RADIO", Ali Emas, Diedrich Diederichsen, Luther Blissett, Bündnis 90/Die Grünen and more.
Das Spiel von Pro und Contra die Neuen Nazis in Europa wird in den Medien gespielt. Wir geben ihnen den Sound zum Protest! The game of pro and contra the new nazis in europe is in the media. We give you the protest-sound!
Support 'get to attack' ! -> http://www.t0.or.at/gettoattack/. gettoattack@t0.or.at




"radio" bei EINSPERREN AUSSPERREN AUFSPERREN
experiment: 13.-21.10. exhibition: 22.10.-22.11.
Ausstellungsexperiment vom 13.- 21.10.2000
mit Amy Alexander, Blank & Jeron, Mario Hergueta & Burkhard Lang, Matze Schmidt & Sebastian Stegner,
Woon Tien Wei & Shimizu Miho (Danger Museum London)
im LADEN der lothringer13 (http://www.lothringer13.de)
Lothringerstr.13,
D-81667 München

> undergroundserver + "RADIO" via Funkkopfhoerer, XTV & Zine

> Anne Erfle. "Kunst und Gefängnis: Das Internet-Experiment in der Lothringer Straße". _Süddeutsche Zeitung_. 21./22. Oktober 2000. S. 21.



"RADIO" [bis April 2000]
im Freien Radio Kassel
105,8 MHz (Antenne)
97,8 MHz (Kabel)


Alle "RADIO"-Sendungen [bis April 2000] auch via Funkkopfhörer im Club 3000 > [Link folgt spaeter] vor Ort auf 40,68 MHz!


Montag, 03.04.2000
23:00-01:00
"Stanislaw Lem, Lara Croft und Bill Gates."
Der Versuch einer Formulierung ueber 3 Prinzipien, und ihr Gemeinsames:
die kritische Sci-Fi-Schule; das Maedchen, das die Leitmedien des Pop in Frage
stellte und das derzeit groeszte Feindbild.
Eine Sendung für das Projekt 3000



Rosenmo., 06.03.2000
23:00-01:00
Programmänderung!
"Information Demonstration"
Berichte, Texte & Sounds aus Österreich im Frühling
-> http://www.t0.or.at/gettoattack/
-> http://www.popo.at/
-> http://widerstand.netbase.org/



Telefonkonzert 3/Telephoneconcert 3 >
Wähle/Call Tel. 0177/7820439
Mo., 28.02.2000 22-2 h live!
[23-1 h also via Freies Radio Kassel 105,8 MHz]
(Limit 3:00 Min.)

"Mach Krach!/Make Noise!"
Analysesynthese der DEMOkratie und der Top-down Kultur in A und der deutschen Provinz Kassel.



Mo., 07.02.2000
23:00-01:00
Matze Schmidt spielt Material für die CD UFO.
Eine Sendung für das Projekt 3000



radio10012000

Achtung, Achtung! Sie betreten jetzt, extraterrestrisches Gebiet! "Stadtmarketing". UFOs kommen und gehen. Sie bleiben vielleicht 30 - 40 Jahre, aber dann verschwinden sie, wie Kinos, Schoppingmalls, Diktaturen und Themenparks, oder der Zirkus. Ihr Als-Ob-Charakter befiehlt ihnen, wieder zu verschwinden. Ja, ihnen entzieht sich etwas, sie sind entzogen, weil sie als Unterhaltungs-Zentrum Privat und Öffentlich beenden, konsumistische und illusorische Zonen eröffnen und damit Exklusion und Inklusion betreiben. Sie entziehen sich DEM Raum. Ihre Funktion ist die, der Illumination von Erzählungen.
Sie sind keine Objekte, die wir als Subjekte besitzen, oder verlieren. Sie sind 'in Wahrheit' UFAs. Unidentified Flying Abjects, Nichtidentifizierte Fliegende Abjekte. "Wiederbelebung der Innenstadt". Das Abjekt ist das Ekelhafte, das, was wir loswerden wollen, was man loswerden muß, was losgeworden wird - die Scheisse.
> mp3 Download



Mo., 03.01.2000
23:00
"VR ‘n’ RL" ("Virtual Reality and Real Life")
Eine Sendung für das Projekt 3000




Mo., 01.12.1999
23:00
"Rausch(en)”



Mo., 08.11.1999
23-1 Uhr
Vorhören: interfiction VI –
Entwürfe und Wirklichkeiten
von 'Identität' in den elektronischen Medien

im Zentrum von interfiction 1999 stehen Fragen der Konstruktion, Konstituierung und Kritik von Subjekt- und Identitätsbegriffen im Kontext elektronischer Medien. Um die gesellschaftlichen und kulturellen Dimensionen des Umgangs mit neuen Technologien in ihrer Bedeutung nicht nur als Informations- und Kommunikationssysteme, sondern vor allem als Signifikations- und Repräsentationssysteme, die mithin wesentlich an der Herstellung von Realität beteiligt sind, zu erfassen, bedarf es eines Instrumentariums, das geeignet ist, Prozesse der Bedeutungsproduktion und der Subjektkonstituierung zu analysieren. Welchen Beitrag können künstlerische und theoretische Interventionen in diesem Zusammenhang leisten? Inwieweit sind sie geeignet, ein solches Instrumentarium bereitzustellen – während sie zugleich immer auch selbst an Prozessen der Bedeutungsproduktion und der Subjektkonstituierung beteiligt sind?




Mo., 01.11.1999
23:00
"Camera Eye": Identität in den Medien
Eine Sendung für das Projekt 3000

"I am a camera with its shutter open, quite passive, recording, not thinking." (Christopher Isherwood).

Das ist komprimiert das ganze Passivitätsprogramm des sog. Autoren. -> S. 296 Theorie des Erzählens von Franz K. Stanzel: "Wenn die 'Camera Eye'-Technik eine Unterscheidung zwischen Ich-/Er-Bezug nicht zuläßt, so könnte das zunächst als Folge der Merkmallosigkeit der Opposition 'Person' im Bereich der Bewußtseinsdarstellung erklärt werden. Die Merkmallosigkeit hängt aber in diesem Fall mit der Entpersönlichung des Bewußtseins, das gewissermaßen das Kameraauge trägt, zusammen.


-> siehe auch 08.11.1999





Radio

VORSICHT GEFAHR! MEDIUM
 

Stell dir ein Männchen vor: Auf seinem Kopf trägt es eine Antenna, eine Art Kreuz, den Account. Die Phantasie der Extension des Menschen, wie wir sie in der frühen Medienwissenschaft finden. Ein Sende-Empfangsgerät für jedermann, so daß endlich endlich, gegen die strategisch-ideologischen Bedingungen des normalo UKW-Radios, die Brechtsche Forderung nach dem Kommunikationsapparat erfüllt werde (diese Wunschmaschine, die wir in Form des Telefons schon seit langem besitzen, schon 20 Jahre vor Marconi). Hier dient Radio als Metapher, es soll die Utopie telegener Freiheit besetzen, die jeden erreicht. Das erscheint jedoch obsolet, wenn klar sein muß, daß die Konvergenz der Medien in den großen Sendeanstalten längst beschlossene Sache ist. Klänge on demand sind in Konkurrenz zum Digital Audio- und Video Broadcasting-Decoder nicht gerade schlau, und die Parole "Vernetzen" ist ein originärer Begriff des Militärs und der Konzerne (z.B. der Stromanbieter). Rhizomatische Strukturen allein sind noch keine Umkehr. Die "andere Seite", die Subkultur also, wenn man sie überhaupt noch so definieren kann, denkt sich was neues altes aus, nämlich eine Kombination von DIY-Kultur, Piratensender, Mailing, Oberflächendesign, Ihr Auftrag ist keiner mehr, der einer sog. Öffentlichkeit verpflichtet wäre.

 

Wenn Radio keine Kunst ist, weil ihre Technik aus dem Krieg stammt, aber "parasoziale Kommunikation", weil die Kids während der Sendungen sich und in der Station anrufen, was 'ist' dann "Radio" als Technologie des Als-ob? Software läßt den Rundfunk erscheinen. Die Phrase der Virtuellen Realität trifft insbesondere auf die Erotik an den Reglern und die Imagination nicht/kommerzieller sowie nicht/staatlicher Nutzung zu (-> http://orang.orang.de/ (Radio Internationale Stadt)). Doch die darin angelegte psychotronische Macht des Klangs, dieses "In's Gehirn der Masse kriechen" vollzieht nur den Wiederholungszwang, Computermedien als Mittel und Werkzeuge zu betrachten. Sie sind faktisch mehr: Sozialisationsfaktor, aber auch weniger: gestaltwechselnde Schaltungen. Wenn Radio im Netz 'gespielt' (in 2 Bedeutungen: Spiel und Theater) wird, hat das Megaphon-Modell der Gegenöffentlichkeit, das auf der Erweiterung der kommunikationstechnologischen Möglichkeiten der Propaganda der eigenen Partei basiert, ausgespielt. Zwar kann hier jemand irgendjemand hören, doch die Emanzipation vom Hörer schlägt um in eine eine Neue Aura des Warenwerts, was wiederum einen Markt erzeugt, auf dem dann umgesetzt wird – Sounds, Argumente, Adressen. What's cool? Eine Fragmentierung in Millionen Stimmchen, die sich an Alle richten, produziert Fäden Knotenpunkte, die Zentren bilden, weil ein Netz ein Netz aufgrund seiner Abstände und Knoten ist. Die lauten Provider werden gewinnen, und einige Aktivisten der Peripherien werden ihre eigenen Zentren entwickeln. Form und Strategie von net.radio stehen in der Tradition der Vorstellung von einer Revolution bürgerlichen Massenmedien gegenüber und sind zugleich deren Bestätigung, wie es in der Analyse des Underground, der den Mainstream hervorbringt und umgekehrt, erkannt wurde. Also suchen wir nicht mehr nach Anti-Medien sondern nach Pro-Medien.
Unter der Antenne sitzt der Kopf, das große O, steht für Offener Kanal, der Sandkasten zum Erlernen der "Medienkompetenz", wie sie von den Präsidenten – und Feindbildern – Bill Gates (USA), Roman Herzog (Deutschland) und Super Mario (Japan) gefordert wird. Halbstaatliche lokale Sender sollten auf die Tele-Demokratie vorbereiten, momentan versinken sie im Patchwork ihrer Programme. Doch diese Idee ist immernoch Teil der Arbeit jener im WWW laborierenden Kollektive; Plattformen bieten und zeigen Space. Aber sagen sie nicht auch "Hier spielt die Musik?". Hier liegt der Knackpunkt! Sie sagen es in der Dialektik von Produktion vs. Prozeß (Output und Forschung), die sich nicht mehr ausschließen wie in den Debatten der '68er.
Wie auch immer, offene Strukturen sind ein gefährliches Ding, weil sie eine intersubjektive Zensur brauchen, deren Dynamik dann Professionalisierung fordert. Du brauchst die Kenntnis der immer neuen Updates und Ugrades. Neue Kompressions-algorithmen leuteten zwar die Post-FM-Zeit ein, doch die RealAudiomaschine ist teuer, und im Strichmännchen ist die Lust der Schaltalgebra von 0 und 1 genauso unwideruflich eingebaut wie der starke Arm des Telekommunikationsgesetztes.
Im System der Mythen von Unterhaltungselektronikindustrie und Informationsgesellschaft wirkt der Zwang zu Autonomie ("ein Medium auf die Beine stellen") wie ein Stückchen der alten Aufklärung. Diese Maschine zu öffnen heißt, sie aussetzen. Dieses Medium ist kein Spielzeug!
 
Matze Schmidt
[26.11.1998]






O
/|\
/\ "radio"
radio27.10.98 [radio27.10.98.wav wird z.Z. MP3isiert] (11.025 Hz; 8Bit; Mono; 102KB, 9,38 Sek.) > mp3 Download
RealAudiomaschine

problems with the Plugin? for Netscape: point on the player-window, click the right mouse-button and choose "play", "pause" or "stop" in the menue; for Microsoft Internet Explorer: Strg+R (Start), Strg+P (Pause), Strg+S (Stop)

näxtes "radio": ?.11.98
(c)+(p)+(r)+(a) matze schmidt 1998
"RADIO interfiction"-Studio Dock 4 is a project of Matze Schmidt/Sebastian Stegner for interfiction V - Radio und Internet
interfiction V - Radio und Internet Seit 1995 steht interfiction für Fachtagungen, auf denen die Integration der Medien durch die Universalmaschine Computer debattiert wird. Auch mit seiner 5. Ausgabe will interfiction Diskussionsort für aktuelle Tendenzen im Internet sein und präsentiert diesmal Projekte, die sich besonders mit auditiven Einbindungen beschäftigen. Wie schon bei der Debatte »Web & TV« im letzten Jahr wird es wieder um das transglobale Datennetz als Träger für klassische Medien gehen. Während das ›fernsehende‹ Web noch immer an zu geringen Bandbreiten und einem diesbezüglichen Konsumbedürfnis der Netzbewohner krankt, hat sich der Audio-Sektor bereits im Internet etabliert. Er erweitert sich zunehmend und setzt wieder einmal Phantasien, sowohl kommerzieller als auch nichtkommerzieller Nutzung frei. Computer und Sound bilden schon seit langem eine Einheit; die Soundkarte gehört mittlerweile zur serienmäßigen Grundausstattung eines Rechners. Die Gewohnheiten des multimedialen Computernutzers bedienend waren schon früh die ersten Webseiten mit MIDI-Stücken klanglich untermalt. Dem Prinzip einer Klangkulisse für Webseiten folgen auch diverse Browser-Aufsätze. Dies alles dient jedoch lediglich einer ästhetischen Aufwertung von Webseiten. Eine wesentlich spannendere Entwicklung vollzieht sich dagegen auf dem Gebiet der Digitalisierung klassischer Hörinformation wie Radio und Musik. Mit Hilfe von Kompressionsalgorithmen werden Audio-Datenströme in ausreichender Qualität erzeugt, die – im Gegensatz zu digitalisierten Videoströmen – auch als Live-Stream mit langsamen Modems empfangbar bleiben. Stark komprimierende Verfahren erlauben neue hochfrequente Audioformate und bieten mittlerweile Audiodateien in CD-Qualität. Sie öffnen den Netzraum für ein neues System der Musikdistribution, das unabhängig von Vertriebswegen und den großen Medienverlagen über das Internet operieren kann. Kommerzielle Anbieter verkaufen ›on demand‹ über das Internet die gewünschte CD mittlerweile auch als Datenstrom, während gleichzeitig unzählige von ›Musikfreunden‹ ihre digitalisierten Sammlungen für andere kostenlos zum Download anbieten. ›Netzradio‹ läßt sich mit einem vergleichsweise geringen technischen Aufwand betreiben, ist global abrufbar sowie relativ fremdzensur- und bürokratieunabhängig. Etablierten Radiostationen und kommerziellen Anbietern bietet es – neben dem Werbeeffekt – die Chance für eine ›trendiges‹ Image und eine neue Form von Hörerbindung. Die Vorteile des Netzradios machen es jedoch auch für unabhängige Radio-Projekte interessant. Der Umstand, eine globale Szene von Interessierten mit den eigenen Inhalten zu informieren und die unbedingte Möglichkeit der Umschiffung von Zensur, macht Netzradio zu einer geeigneten Plattform von Gegenöffentlichkeit. Archivierung und Abrufbarkeit von Datenströmen schaffen neben der Wissensspeicherung Befreiung vom Diktat des ›Hören müssen, was gerade gesendet wird‹. Das alles klingt in der Theorie nach einem idealen Medium. Doch wie sehen die Formen der Nutzung und das neue Selbstverständis ihrer Nutzer aus? Veranstaltungen interfiction widmet sich deshalb in diesem Jahr den Realitäten, Möglichkeiten sowie Phantasien von Radio und Internet. Dazu sind Aktivist/innen und Macher/innen von Netzradio eingeladen. Sie werden in den Veranstaltungen theoretische und praktische Beiträge sowie subjektive Positionen zum Thema liefern. Reni Hofmüller wird Geschichte und Perspektiven von Netzradio sowie dessen Gegenöffentlichkeitsanspruch aus der Sicht ihrer eigenen Praxis untersuchen. Thomax Kaulmann stellt das Audio-Archiv »Radio Internationale Stadt« vor, welches die Möglichkeiten des Netzes nutzt und jedem erlaubt, selber ›Sender‹ zu werden. Mit Florian Clauß sowie Martin Conrads von »convex tv.« und Micz Flor (»Crash Media«) sind weitere Praktiker anwesend, die über ihre Aktivitäten sprechen werden. Mitschnitte der Gespräche und spezielle Produktionen von und mit den Gästen werden im »RADIO interfiction«, dem temporären und offenen Studio im Dock 4, zu Radiosendungen gemischt und über die Frequenz des *Freien Radio Kassel* gesendet. Außerdem ist ein Real-Audio-Archiv der gehaltenen Vorträge und der Sendungen geplant. Mediencafé Die gute Kooperation mit dem Mediencafé im Dock 4 soll auch dieses Jahr fortgesetzt werden. Dem Konzept von interfiction entsprechend, wird interessierten Laien unter den Festivalbesuchern an diesem Ort der Zugang zum Internet kostenlos ermöglicht; Assistent/innen des Mediencafés erleichtern dabei den Einstieg für Anfänger. Darüber hinaus haben unsere auswärtigen Gäste während des Festes die Möglichkeit, ihre E-Mail-Korrespondenzen aufrechtzuerhalten. Das Mediencafé stellt außerdem die technischen Voraussetzungen für die Web-Projekte von interfiction. Öffnungszeiten während des 15. Kasseler Dokumentarfilm- & Videofestes: Mittwoch 18.11. von 19 bis 24 Uhr Donnerstag 19.11. von 17 bis 24 Uhr Freitag 20.11. von 15 bis 24 Uhr Samstag 21.11. von 15 bis 24 Uhr Sonntag 22.11. von 15 bis 22 Uhr Vorträge, Gespräche und Praxisbeispiele zum »Thema Radio und Internet« Veranstaltung 1, 19. November, 17.45 Uhr Ein persönlicher Blick auf die Kombination Radio und Internet Reni Hofmüller, Graz Reni Hofmüller ist Musikerin, organisiert Workshops für freie Radiostationen (u.a. »Radio Helsinki«) und Netzradio. Sie wird versuchen, einen kritischen Zugang, sowie einen Rück- bzw. Ausblick zur Kombination von Netz und Radio zu geben. Radio Internationale Stadt Thomax Kaulmann, Berlin (http://orang.orang.de) »Das Kunst- und Kulturprojekt ›Radio Internationale Stadt‹ – kurz RIS – wurde 1996 ins Leben gerufen. Es bietet eine dynamische Präsentationsplattform für unabhängige Künstler und Kulturschaffende. RIS ist eine neue Generation von Radio. Statt eines konventionellen Radiosystems mit Sender-Empfänger-Broadcasting, handelt es sich bei RIS um ein offenes, internetbasiertes Audio-Archiv-System. Der Rezipient kann die Inhalte, die ihn interessieren, gezielt auswählen, abspielen wann er will und nach belieben seine eigenen Inhalte hinzufügen. Alle Musiker, DJ, Künstler, aber auch unabhängige Radio-Redaktionen, Labels oder Hörspielproduzenten können selbst zu Anbietern von Inhalten, d.h. zum RIS-Kontributor werden. RIS ist also kein ›eins zu viele‹- sondern ein ›viele zu viele‹-Medium. Die softwaregestützte Infrastruktur von RIS entspricht damit der offenen Struktur und der Internationalität des Trägermediums Internet. RIS bietet den Kontributoren eine kostenlose, frei zugängliche Infrastruktur zur Entwicklung, Pflege und Organisation eines gemeinsamen, nichtkommerziellen Audio-Archivs. Neben der Möglichkeit, die eigenen Audio-Inhalte zu archivieren, kann jeder Kontributor einen eigenen Live-Channel nutzen. Die Pflege und Verwaltung der Daten übernehmen die Kontributoren mit Hilfe eines paßwortgeschützten, leicht zu bedienenden Redaktionssystems. Dieses unterstützt beispielsweise den Upload der Audiodaten, die Vergabe dynamischer Untertitel, deren Verschlagwortung, die Bestimmung des Zeitraums, in dem die Daten auf RIS gespeichert bleiben sollen oder die Verknüpfung mit unterstützenden Textdaten. Das Themenangebot der RIS entwickelt sich dynamisch durch die Aktivität der Kontributoren. Zur Zeit gibt es folgende Schwerpunkte: Musik, Hörspiel, Lyrik, Performances, Kulturbeiträge, Politikbeiträge und Nachrichten. Entwickelt wurde RIS von Thomax Kaulmann im Rahmen des Projekts ›Internationale Stadt‹. RIS war u.a. beteiligt am Hybrid Workspace der documenta X in Kassel, Hybrid Exposure und net.radio days in Berlin, XChange und Ars Electronica. Der ständig wachsende Archivbestand und die aktuellen Live-Kanäle sind für die Rezipienten weltweit über das Internet frei zugängig. Die Besucher der Website können über Themenmenüs oder Volltextsuche gewünschte Audioinhalte finden und jeweils anhören oder sich über persönliche Tracklisten ein eigenes Programm zusammenstellen und abspeichern. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, zu einzelnen Stücken oder ›Sendungen‹ Anmerkungstexte abzugeben, die mit diesen verknüpft und von anderen Rezipienten abgerufen werden können.« (Thomax Kaulmann) Veranstaltung 2, 19. November, 20 Uhr »there's a bandwidth playing on the radio« Florian Clauß, Martin Conrads (convex tv.), Berlin, (www.art-bag.net/convextv) »Seit Januar 1997 sendet convex tv. monatlich ein mindestens einstündiges Magazin in eine on air Lücke. Ohne Illusionen einer Gleichzeitigkeit, die *alle* erreicht, integriert convex tv. beharrlich die Umschaltmomente von Pop, Technologie und Politik. Radio ist für convex tv. lediglich ein Medium unter vielen, das sich unter der Oberfläche des mediablending in neue Konstellationen, Verbindungen und Kontexte begibt. convex tv. verschwindet als Groupware und Event hinter dem Aufmerksamkeitshorizont, um gleichzeitig eine Konzentration einzufordern, die Radio längst vergessen hat. Die instabile Verschränkung diverser Medien in Form von Sendungen über Antenne in gerade zufällig eingeschaltete Radiogeräte, Bausätze für Minisender, RealAudio Archiv im Internet, LiveStreams, Ausstellungen, Festivals, Radiosalons etc. durchquert dabei die Grenzen zwischen analogen und digitalen Medien. Um die dabei entstehende Lücke zwischen dem Lokalen und dem Globalen zu füllen und die Eindimensionalität von Radio zusammenzufalten, arbeitet convex tv. im ›testbed‹-Raum, um die Möglichkeiten von .radio auf möglichen Ebenen weiter zu definieren. In ähnlicher Weise öffnen sich überall akustische Fenster im Internet. In den Traditionen von DIY-Kultur, Piratenradio, Audio Art, Improvisation, ›Feintunejournalismus‹ etc. senden temporäre Kollektive und Einzelpersonen von ihren Rechnern aus meist irreguläre Programme, die im Zweifelsfall auch ohne Publikum oder ›content‹ auskommen wollen. Die paradoxe Forderung ›jeder sein eigenes Massenmedium‹ erfindet sich hier ihre eigene Kulturpraxis dezentralen Webcastings. Weil es dabei auch um das Ausloten des Sendens-als-solches geht, kann jeder Cast zum technischen und ästhetischen Testprogramm werden: Als dezentralisierte und vernetzte Formen des Sendens entstehen Modelle des (Re)Mixens, in welchem jeder beteiligte Sender gleichzeitig und in jedem Moment auch Empfänger sein kann. Zur Disposition steht dabei auch die Frage nach der spezifischen Qualität der benutzten RealAudio Standards, nach der Lokalität prinzipiell überall zu empfangender und von überallher übertragbarer Sendungen sowie nach der Verknüpfung von Netz und Real Space. Wenn *jeder* ungleichzeitig sendet, entstehen zusätzliche Kanäle von selbst. Die Mailingliste Xchange (http://xchange.re-lab.net) ist Technikforum, PR-Space, Manifestbox und Contentprovider. Mailingliste oder IRC-Sessions werden somit Teile des Prozesses, die sich synergetisch aufeinander beziehen, während im übertragenen Sinn die Audioprogramme selbst als auditive Form der Mailingliste oder der Newsgroup verstanden werden können. Dieses experimentelle Feld erkennt seine Vorläufer in diversen Theorien und Avantgardebewegungen des Jahrhunderts, und wird durch neuen Enthusiasmus und die Internetberichterstattung älterer Medien gerade erst radiosalonfähig. Vor der Vereinnahmung durch Tycoons, Moguln und Magnaten braucht man sich hier trotzdem kaum zu fürchten. Radio im Netz hört sich jeden Moment anders an, ist latent im Fluß und formuliert damit immer wieder aufs neue den modernistischen Imperativ, daß man sich in jedem Fall beeilen muß, wenn man noch etwas hören will. Auf der convex tv. homepage sind alle gesendeten Beiträge als RealAudio Files und Texttranskripte gespeichert und überführen Radio damit in einen 24h Aktivminimalismus.« (convex tv.) im Anschluß »Round Table« mit Reni Hofmüller, Thomax Kaulmann, Florian Clauß, Martin Conrads und Matze Schmidt Veranstaltung 3, 20. November, 15.30 Uhr im »Radio interfiction«-Studio »independent media production, cultural industries + media labs« Micz Flor (Crash Media), Berlin/Manchester/Liverpool, (www.yourserver.co.uk/crashmedia, www.yourserver.co.uk/revolting) »Die Produktion der Medien ist nicht nur der Output, den sie liefern. Medien müssen auch sich selbst produzieren, vor allem wenn sie unabhängig sein wollen. Ihre Aufgabe ist keine mehr, die der sog. Öffentlichkeit verpflichtet wäre, ihr Hintergrund ist nicht die Kulturindustrie als Tonangeber. Daher generieren sie sich als Laboratorien, in denen ungenutzte Terrains und Diskurse über die Nutzung elektronischer und traditioneller Trägermedien besetzt werden. Ihre Einwohner sind ›cultural worker‹, die die Fragen nach Medienkompetenz und -wissen, wie sie in Mitteleuropa von allen Seiten gefordert werden, nicht nur dem »Terror der Ökonomie« überlassen wollen. Gleichwohl sind Marktstrategie und Senden ineinander verwoben, so daß die ›andere Seite‹ urbaner Kommunen, die kulturelle Seite also, Subversion und Affirmation in Aktivitäten und Datenraumarchitekturen neu zu definieren versucht. In Beispielen (Crash Media, Revolting, Radio Strangewaves) werden vor kurzem durchgeführte und aktuelle Medienprojekte vorgestellt und auf das Dreieck unabhängiger Medienproduktion, Kulturindustrie und Medienlabore bezogen.« (Matze Schmidt) Micz Flor, geboren 1969, hält sich derzeit in Manchester und Liverpool auf. Der Mitbegründer von online/onair convex tv. und des Berliner Kunstvermittlungsausschusses »luxus cont.« hat gerade die Organisation des temporären Medienlabors »Revolting« hinter sich gebracht und widmet sich wieder dem public access server »yourserver.co.uk«. Öfters im konspirativen Umfeld von »Mute Magazine« (London) zu finden, erhielt er – zusammen mit Florian Clauß – für »CyberTattoo '97« den ersten deutschen Internet-Art-Preis des Hamburger Kunstvereins. Er ist Co-Editor von Crash Media und part-time lecturer an der Salford University, sowie derzeit mit dem Aufbau eines North-West Community Networks beschäftigt. »RADIO interfiction« - Studio im Dock 4 Matze Schmidt, Sebastian Stegner 18. - 21. November »Medienkompetenz, was ist das?« Wenn der Moderator solche Fragen stellt, steht der lokale Sender Ihnen bei! interfiction V geht auf Sendung. Anläßlich des diesjährigen Themas »Radio und Internet« wird sozusagen eine 1:1 Entsprechung von Theorie und Praxis vorgeschlagen und vor Ort ein temporäres Studio installiert. Die derzeitigen Tendenzen werden von Medienaktivisten immer noch und wieder unter dem Stichwort ›Gegenöffentlichkeit‹ diskutiert. Welche strukturellen und ökonomischen Chancen bietet das Internet dazu? Im Studio im Dock 4 werden zusammen mit geladenen Referent/innen Radiosendungen vorproduziert und – mit Interviews und O-Tönen vom Festival gemixt – im »Freien Radio Kassel« gesendet. »Internet Kills the Video Star?« von und mit Matze Schmidt, Sebastian Stegner Produktion: Mittwoch, ab 24 Uhr Sendung: Donnerstag, 19.11., 22 - 24 Uhr im »Freien Radio Kassel« »In die on air Lücke!« von und mit Reni Hofmüller, Florian Clauß, Martin Conrads, Thomax Kaulmann, Matze Schmidt, Sebastian Stegner Produktion: Donnerstag, 19.11., ab 24 Uhr Sendung: Freitag, 20.11., 22 - 24 Uhr im »Freien Radio Kassel« »Medien(labore)« von und mit Micz Flor, Matze Schmidt, Sebastian Stegner Produktion: Freitag, 20.11., ab 24 Uhr Sendung: Samstag, 21.11., 22 - 24 Uhr im »Freien Radio Kassel« Öffnungszeiten des Studios: Mittwoch, 18.11. von 19:30 bis 24 Uhr Donnerstag, 19.11. von 17 bis 24 Uhr Freitag, 20.11. von 17 bis 24 Uhr Samstag, 21.11. von 17 bis 24 Uhr Freies Radio Kassel e.V. (Kooperant) 105,8 MHz (Antenne) 97,8 MHz (Kabel) Als lokale Radioinitiative hat das Freie Radio bereits im Hybrid-Workspace der »documenta X« Netzerfahrung gesammelt. Wir werden gemeinsam auf Sendung gehen. interfiction Interdisziplinäre Sektion des 15. Kasseler Dokumentarfilm- & Videofestes In Kooperation mit dem Kulturhaus Dock 4 und dem Freien Radio Kassel. interfiction konnte nur Dank der großzügigen Unterstützung durch die Hessische Staatskanzlei-Hessenmedia, das Hochschulrechenzentrum, des WZ II der Universität Gh Kassel, dem Kulturhaus Dock 4, der Micromata GmbH, dem Netz e.V. und der Landesanstalt für privaten Rundfunk Hessen realisiert werden. Wir möchten uns besonders bedanken bei Tilman Baumgärtel, Jürgen Baumann, Rolf Henze, Wolfgang Jung, Holger Kramer, Marc Müller, Ingrid Roberts, Manfred Seedig, Sebastian Stegner, Wolfgang Thaenert, Christoph Tholen und bei allen Referent/innen. Koordination und Produktion Wieland Höhne, Matze Schmidt, Gerhard Wissner, (Beratung: Herbert A. Meyer) Interdisziplinäres Projekt: Filmladen Kassel e.V. Freies Radio Kassel Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR Hessen) Hochschulrechenzentrum (HRZ) der Universität Gh Kassel Kulturhaus Dock 4 Netz e.V. Wissenschaftliches Zentrum für Kulturforschung (WZ II) der Universität Gh Kassel Informationen zu interfiction: http://www.filmladen.de/dokfest/fest98/if.html

Kassel





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/\ "Radio" mit _Verschaltungskunst_ in Stuttgart bei "Phase 4" > mp4inj.pdf

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Last modified: Mo., 16.02.2009 13:25